Posts Tagged ‘Sprache’

“Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.” – K. Adenauer

Friday, April 24th, 2009

Gestern war mal wieder Donnerstag. [Donnerstag = Internmeeting.] Und gerade sind Amerikaner zu Besuch. [Besuchsamerikaner = Gastprediger.] Dieser Dave hat mich wirklich angenehm überrascht, denn er hat keinen puren Top-down-Vortrag vorbereitet, sondern wollte uns mit Fragen und seiner Lebenserfahrung herausfordern. Das Thema war gut: Wie setzte ich Prioritäten, um ein ausgewogenes Leben zu führen.

Da Jon und ich nicht zum ersten Mal über diese Frage nachdenken, haben wir versucht unsere Gedanken beizusteuern – und sind kläglich gescheitert… Mein amerikanischer Boss Andy hat auch Antworten geliefert: Es sei wichtig seine Arbeit treu zu tun, Gott würde dann schon helfen. Wir dagegen haben über die Wichtigkeit gesprochen, seine Wunschprioriäten mit der wirklichen Zeiteinteilung zu vergleichen, immer wieder daran zu arbeiten und mehr über Selbstmanagement zu lernen, sich selbst zu kennen und seine Motive zu hinterfragen. Daves Antworten auf unsere waren weitschweifig und enthielten zweimal die Formulierung: “wie Andy schon gesagt hat…”  – was für mich so viel hieß, wie: Ihr müsst noch einiges dazu lernen, Andy dagegen hat´s schon raus…

In solchen Situationen sitze ich ein wenig frustiert auf meinem Stuhl und finde das Leben einfach nur unfair. Nicht nur, dass wir zwei verschiedene kulturelle Denkweisen haben – ich bin durch die fremde Sprache auch noch so gehindert, dass ich mich nur unzureichend ausdrücken kann. Doch dann ist mir heute dieses Zitat von Adenauer über den Weg gelaufen und das hat mich relaxed und versöhnlich gestimmt…

Ungarn sind etwas Besonderes….

Monday, February 9th, 2009

Ungarn sind was Besonderes…

…was können sie schon dafür, dass der Rest der Welt das noch nicht erkannt hat? Es wird wohl daran liegen, dass der Rest der Welt kein Ungarisch spricht. (Woran das allerdings liegt, steht für mich mittlerweile völlig außer Frage!) Die Besonderheit erkennt man nun daran, dass es einen Unterschied auf ungarisch gibt, ob ich nun in einer ungarischen Stadt wohne (da wohnt man nämlich „auf“) oder irgendwo im Rest der Welt (da wohnt man wiederum „in“). Und da Ungarn einzelne Worte anscheinend nicht leiden können, klemmt man für auf oder in die jeweilige Endung an das beschriebene Wort, anstatt ein neues Wort davor zu setzen. Dafür braucht man wiederum die Vokalharmonie, um die richtige Endung zu erwischen (zumindest ist die Chance oft 50:50). Wer so weit gekommen ist, muss jetzt nur noch einen Crashkurs in ungarischer Geschichte belegen. Dann weiß man nämlich, dass Buda und Pest früher zwei getrennte Städte waren. Und dieses Wissen, schließlich kombiniert mit einer weiteren Regel, führt zur gloreichen Erkenntnis: Ich befinde mich in Budapesten – nicht in Budapeston. – …Ja, Ungarn sind etwas Besonderes…