Gestern war mal wieder Donnerstag. [Donnerstag = Internmeeting.] Und gerade sind Amerikaner zu Besuch. [Besuchsamerikaner = Gastprediger.] Dieser Dave hat mich wirklich angenehm überrascht, denn er hat keinen puren Top-down-Vortrag vorbereitet, sondern wollte uns mit Fragen und seiner Lebenserfahrung herausfordern. Das Thema war gut: Wie setzte ich Prioritäten, um ein ausgewogenes Leben zu führen.
Da Jon und ich nicht zum ersten Mal über diese Frage nachdenken, haben wir versucht unsere Gedanken beizusteuern – und sind kläglich gescheitert… Mein amerikanischer Boss Andy hat auch Antworten geliefert: Es sei wichtig seine Arbeit treu zu tun, Gott würde dann schon helfen. Wir dagegen haben über die Wichtigkeit gesprochen, seine Wunschprioriäten mit der wirklichen Zeiteinteilung zu vergleichen, immer wieder daran zu arbeiten und mehr über Selbstmanagement zu lernen, sich selbst zu kennen und seine Motive zu hinterfragen. Daves Antworten auf unsere waren weitschweifig und enthielten zweimal die Formulierung: “wie Andy schon gesagt hat…” – was für mich so viel hieß, wie: Ihr müsst noch einiges dazu lernen, Andy dagegen hat´s schon raus…
In solchen Situationen sitze ich ein wenig frustiert auf meinem Stuhl und finde das Leben einfach nur unfair. Nicht nur, dass wir zwei verschiedene kulturelle Denkweisen haben – ich bin durch die fremde Sprache auch noch so gehindert, dass ich mich nur unzureichend ausdrücken kann. Doch dann ist mir heute dieses Zitat von Adenauer über den Weg gelaufen und das hat mich relaxed und versöhnlich gestimmt…