Am 15. März hängt man die Fahnen raus und steckt sich Schleifchen in Ungarn-Farben an die Jacke. Die Geschäfte sind geschlossen und die Ungarn versammeln sich zu einer Gedenkfeier auf der Dorfstraße vor einem Denkmahl oder dem Dorfgemeinschaftshaus. Ungarn feiert seine Revolution von 1848/49 gegen die Österreicher und ihr Kaiserreich.
Nicht, dass sie gewonnen hätten – nein. Aber die Ungarn sind stolz darauf, dass sie es versucht haben. Und ganz umsonst, hat mir die Wikipedia verraten, war die Revolution immerhin nicht: “Die Revolution von 1848/1849 brachte in Ungarn die Bauernbefreiung, eine formelle Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz und wirtschaftlich die Durchsetzung des Kapitalismus im Königreich Ungarn.”
Wir haben den Tag jedoch ziemlich unpatriotisch verbracht – ohne Schleifchen am Revers, ohne Gedenkfeier. Wir haben unsere Schränke aufgeräumt und sind im Nachhinein auch stolz auf uns, dass wir es versucht haben.