Posts Tagged ‘Ungarn’

Feiertag

Tuesday, March 16th, 2010

Am 15. März hängt man die Fahnen raus und steckt sich Schleifchen in Ungarn-Farben an die Jacke. Die Geschäfte sind geschlossen und die Ungarn versammeln sich zu einer Gedenkfeier auf der Dorfstraße vor einem Denkmahl oder dem Dorfgemeinschaftshaus. Ungarn feiert seine Revolution von 1848/49 gegen die Österreicher und ihr Kaiserreich.

Nicht, dass sie gewonnen hätten – nein. Aber die Ungarn sind stolz darauf, dass sie es versucht haben. Und ganz umsonst, hat mir die Wikipedia verraten, war die Revolution immerhin nicht: “Die Revolution von 1848/1849 brachte in Ungarn die Bauernbefreiung, eine formelle Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz und wirtschaftlich die Durchsetzung des Kapitalismus im Königreich Ungarn.”

Wir haben den Tag jedoch ziemlich unpatriotisch verbracht – ohne Schleifchen am Revers, ohne Gedenkfeier. Wir haben unsere Schränke aufgeräumt und sind im Nachhinein auch stolz auf uns, dass wir es versucht haben.

Die andere Seite von Ungarn

Wednesday, October 14th, 2009

Straßen ohne Gullideckel, aber mit Trabis. Bei manchem Anblick denkt man, Ungarn hinke der westlichen Welt ein bisschen hinterher. Aber weit gefehlt! Sie sind uns meilenweit voraus. Denn hier werden Schönheits-OPs auf eine ganz neue Art beworben: mit der Misswahl zur “Miss Plastic”. Wer´s nicht glaubt oder sich die 3 strahlenden und stolzen  Gewinnerinnen anschauen möchte, klicke hier. Kurz lebe die innere Schönheit!

Jon und seine Theorien

Saturday, May 16th, 2009

Jon liebt Theorien. Und zugegeben, manchmal finde ich sie etwas abstrus. Diese jedoch, hat ihren ganz eigenen Charm:

Jon: Ich hab dir doch letztens von meiner Theorie erzählt, dass die Ungarn von einem Reitervolk abstammen. Ich meinte damit: Das Erbe dieses Reitervölkchen lebt in ihnen weiter.

Jessie: Und wie sieht dieses Erbe aus?

Jon: Wenn dein Pferd sich gerade nicht satteln lassen will, wart einfach ne halbe Stunde und probier´s dann noch mal.

- Ich muss sagen, da is was wahres dran…

Pantoffelhelden im Datumschaos

Sunday, April 19th, 2009

Vom Leben zwischen zwei Kulturen 3

Amerikaner haben die Freiheit jeden Namen für ihr Kind zu wählen oder gar zu erfinden. In Ungarn wählen Eltern gewöhnlich aus einer Liste von 100 traditionellen Namen aus. Daher kommt es oft zu Doppelungen, die dadurch aufgeklärt werden, dass man den vollständigen Mädchennamen seiner Mutter angibt.

Für Amerikaner ist das Abendessen die Hauptmahlzeit, für Ungarn ist es das Mittagessen.

In Amerika trägt man immer Schuhe im Haus (außer sie sind ganz offensichtlich dreckig) und auch Gäste ziehen ihre Schuhe an der Tür nicht aus. In Ungarn werden die Schuhe automatisch ander Haustür ausgezogen und für Gäste gibt es Pantoffeln.

Amerikaner geben an, dass Ungarn am 05 / 01 / 2004 der europäischen Union beigetreten ist. Ungarn sprechen von dem Beitritt am 2004.05.01 oder am 2004.V.01. In Deutschland liest man von der EU-Erweiterung am 1.5.2004.

Männliche Frauen in DIN-Format

Thursday, March 19th, 2009

Vom Leben zwischen zwei Kulturen – Teil 2

Spricht der Amerikaner vom 1. Stock, meint er eigentlich das ungarische Erdgeschoss. Spricht der Ungar vom 1. Stock, so befindet sich der Ami schon im Zweiten.

Amerikanische Kinder bekommen beigebracht, dass es unhöflich ist, sich die Nase in der Öffentlichkeit zu schneuzen. Ständiges Hochziehen und Schniefen ist gestattet. Ungarische Kinder bekommen beigebracht, dass es unhöflich ist, die Nase in der Öffentlich hochzuziehen und zu schniefen. Lautes Naseputzen ist gestattet.

Amerikaner kennen kein DIN-Format. Ihre Standardgröße heißt „Letter“. Die Standardgröße des Ungarns ist DIN A4.

Im Englischen ist klar von was oder von wem gesprochen wird, denn man benutzt he, she oder it. Ungarn haben da manchmal ihre Probleme mit, denn es gibt in der 3. Person Singular nur das ő. Es könnte also schon mal vorkommen, dass jemand sagt: „I met your wife, he ist nice.“…

Das Leben jenseits der amerikanischen Insel…

Friday, March 6th, 2009

…ist für Ungarn gerade alles andere als rosig. Hier einige Eindrücke:

Gewalt an Zigeunern

(…)In der Nacht auf den 23. Februar umstellten mehrere vermummte Männer ein Roma-Haus in dem 50 Kilometer südwestlich von Budapest gelegenen Dorf Tatarszentgyörgy. Die Täter zündeten das Gebäude mit Brandbomben an und schossen die fliehende Roma-Familie kaltblütig nieder. (…) Dieser Terrorakt reiht sich in eine Serie ähnlicher Übergriffe ein, die nach Einschätzung der ungarischen Polizei von militanten Faschisten verübt werden. (…)

Gewalt von Zigeunern

30 Unbekannte überfallen Ungarns Handball-Meister MKB Veszprem bei einer Feier in einer Dikothek. Es kommt zu einer wilden Auseinandersetzung. Der rumänische Teamspieler Marian Cozma (26) stirbt an den Folgen eines Messerstichs ins Herz. Dem kroatischen Tormann Ivan Pesic (20) muss wegen eines Messerstichs die Niere entfernt werden. Nach Tritten gegen den Kopf erleidet der Serbe Zarko Sesum (23) einen Schädelbruch.(…)

Schreckensszenario Staatsbankrott

(…) Im Zuge der Finanzkrise wächst in Europa die Sorge, dass ganze Staaten zahlungsunfähig werden könnten. Ungarn und Lettland mussten im vergangenen Jahr bereits mit Notkrediten vor der Zahlungsunfähigkeit bewahrt werden. (…)

Ironie der Korruption

Zwar klagt die ungarische Bevölkerung über eine verschlechterte Sicherheitslage sowie eine Zunahme an Straftaten, doch zeichnen EU-Statistiken ein anderes Bild. Demnach scheint Ungarn eines der sichersten Länder Europas zu sein. Nur bei der Korruption liegt man an der Spitze und die Aufklärungsrate der ungarischen Polizei ist miserabel. (…)

Militärangaben mit Tomatensoße

Thursday, February 26th, 2009

Vom Leben zwischen zwei Kulturen 1

Hier eine kleine kunterbunte Mischung von Gewohnheiten und wissenswerten Überlebenstipps. Manchmal scheinen wir Deutsche den Amerikanern ähnlicher, manchmal den Ungarn – und manchmal ist uns beides ziemlich fremd:

Wer in den USA eine Pizza bestellt, der bekommt dazu geriebenen Parmesankäse und scharfe Pepperoni. In Ungarn wird Ketchup dazu gereicht, denn hier gibt es keine Tomatensoße auf der Pizza.

Wenn Johannes Schmitt nach Texas zieht, würde er sich vielleicht mit John Smith vorstellen. In Ungarn würde man von Kovács János sprechen. Denn Namen werden in einer anderen Reihenfolge angeordnet: der Nachname kommt vor dem Vornamen.

Alle Amerikaner schreiben 3:00 pm. Nur das Militär spricht von 15:00. In Ungarn wird die 24-Stunden-Angabe bei allen offiziellen und formellen Schreiben benutzt, bei Bus- und Zugfahrplänen, im Fernsehprogramm, bei Geschäftszeiten, Einladungen, öffentlichen Veranstaltungen, usw.

Isst ein Gast in Amerika seinen Teller leer und fragt nach mehr, dann ist es ein Kompliment für den Koch. Isst ein Gast in Ungarn seinen Teller leer und fragt nach einem Nachschlag, bringt das den Gastgeber in eine peinliche Lage. Entweder er war nicht aufmerksam und gastfreundlich genug (denn normalerweise füllt er den Teller wieder ohne Aufforderung) oder das Essen ist alle.